2000 Jahre Geschichte

Regensburg ist eine waschechte Mittelalterstadt: kleine Gässchen, pittoreske Plätze, die berühmte "Steinerne Brücke" und den Dom. Ein Besuch lohnt die weite Fahrt.

Regensburg ist die Perle der Welt, zumindest für die Einheimischen, einer der schönsten Städte auf dem Planeten und eine der ältesten. Die Zweitausend-Jahrfeier ist schon etwas her und trotzdem ist diese Stadt kein Museum, sondern höchst lebendig und agil. Dreißigtausend Studenten und, nach Düsseldorf, die höchste Kneipendichte Deutschlands, wogende, enge Gassen, flanierend weite Plätze, ein breites Kulturangebot und Events an allen Ecken und Enden – Regensburg lebt und ist äußerst beliebt, wie man den horrenden Immobilienpreisen entnehmen kann. Aber zurück zur Metropole. Und das war Regensburg in der Tat – allerdings im Mittelalter: Sitz des immerwährenden Reichstages (1594 bis 1806) und achthundert Jahre lang einziger (und äußerst lukrativer) Übergang über die Donau zwischen Ulm und Wien mit der Steinerne Brücke.

Die vielen Geschlechtertürme, bekannt aus Oberitalien (Siena, San Giminiagno, Lucca etc.), zeugen von dem damaligen Reichtum und Potenz als eine der wohlhabendsten und einwohnerstärksten Städte Deutschlands; 23 der ehemals 40 bis 50 sind noch vorhanden und prägen auch heute noch das Stadtbild.

Überall kann man kleinen, engen Gassen folgen, die Häuser vier, fünf Stockwerke hoch, schon eine bauliche Meisterleistung vor über 1000 Jahren, und unerwartet öffnet sich dann einer der vielen Marktplätze, um- und manchmal sogar übervölkert von den vielen Touristengruppen.

Regensburg_Karte

Gesehen haben muss man den Domplatz [1] mit dem gotischen, zweitürmigen Dom, an dem 600 Jahre gebaut wurde (1273–1872), den Neupfarrplatz [2], in dem mittig die evangelische Kirche im ansonsten so katholischen Ort emporragt (hier wurde vor einigen Jahren sogar ein jüdisches Denkmal installiert), den Haidplatz [3], auf dem im Mittelalter tatsächlich Schafe, Kühe und Pferde weideten, den Rathausplatz [4] mit dem alten Rathaus, das den Reich-saal mit hochgotischem Fenstererker beherbergt, den Herzogspark [5] mit dem Prebrunnturm, durch dessen Tordurchfahrt im Mittelalter die wichtige Fernstraße nach Franken führte, und zu guter Letzt natürlich die Behausung derer von Thurn und Taxis, das zum Schloss umgebaute Kloster St. Emmeram [6] und heute das größte noch bewohnte Schloss Deutschlands mit weit über 500 Räumen und Sälen. Besonders sehenswert ist hier noch der Marstall, der mit der größten Sammlung Europas an historischen Kutschen, Schlitten und Sänften aufwarten kann.

Wer auf alte Technik steht, ist mit dem Museumsschiff [7], der Raddampfer Ruthof, der 1923 auf Kiel gelegt wurde, gut bedient. Es ist unweit der Steinernen Brücke [8] vor der historischen Wurstkuchl [9], der ältesten Wurstbraterei der Welt, festgemacht.

Apropos Steinerne Brücke: als achtes Weltwunder gefeiert, spannen sich die 16 Bögen auf 336 m Gesamtlänge und 8 m Breite über die zwei Arme der Donau und verbinden die Innenstadt Regensburg mit Stadt am Hof.

Drei Türme zierten ehemals das monumentale Bauwerk, von denen einer noch vorhanden ist. Errichtet wurde sie in den trockenen Sommern 1135–1146. Der Sage nach wetteiferten Dom- und Brückenbaumeister, wer schneller fertig würde. Der Dom war am Siegen, so dass der Brückenbaumeister sich mit dem Teufel verschwor, die Brücke sozusagen über Nacht fertigzustellen für die ersten drei Seelen, die die Brücke betreten würden. Der Baumeister schickte Hahn, Henne und Hund voraus, und der Teufel schlug vor Wut und Zorn mit der Teufelsfaust auf die Brücke, weswegen sie bis heute einen Buckel in der Mitte hat.

Von Rust aus ist es weit, 475 km, aber sollten Sie in Oberösterreich, Salzburg oder Tirol wohnen, beinahe nur ein Katzensprung. Viel Vergnügen beim Sightseeing wünscht das Elfenhof-Team.

WEB-TIPPS:

Ganz Regensburg

Steinerne Brücke

Zur Sage

Historische Wurstkuchl

25.03.17 Beitrag von: Michael Jaugstetter

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