Champagner, Sekt oder Frizzante

... der feine Unterschied! Und die Ehrengäste auf jedem Fest sind Sekt und Frizzante.

Korken_RoseMacht es plop und prickelt und schäumt im Glas?

Ein unerlässlicher Begleiter für die wichtigsten Augenblicke im Leben ist ein Glas Champagner, Sekt oder Frizzante. Ein Glas davon veredelt gern den Alltag oder macht aus einem eher schlichten Anlass eine besondere Zeremonie. Es soll im Glas schäumen und Blasen werfen und ein wenig auf der Zunge kribbeln.

Kaum jemand spricht von Schaum- oder Perlweinen. Aber dies ist der richtige Begriff.

Hierzu zählen alle kohlensäurehaltigen Weingetränke, die nach Herkunft, Gärverfahren, Alkoholgehalt und Kohlensäure-Überdruck in der Flasche unterschieden werden. Sie liefern das prickelnde Trinkvergnügen von dem Dom Pierre Pérignon schon im 17. Jahrhundert Korken_Goldbeim Genuss seines ersten Champagners aussprach: „Brüder, kommt geschwind – ich trinke Sterne!“

 

Champagner, Sekt oder Frizzante: Der Unterschied liegt nicht nur im Preis

Zu den Schaumweinen zählen alle weinhaltigen Getränke, bei denen der Kohlensäure-Überdruck in der Flasche zumindest 3 bar beträgt. Auch der Alkoholgehalt ist mit mindestens 10 % vol. vorgeschrieben. Neben Champagner zählen damit auch noch Sekt, Cava, Spumante, Prosecco und der Krimsekt zu den Schaumweinen. Hierbei ist auch eine Mindestlagerzeit erforderlich. Durch den hohen Kohlensäureüberdruck in der Flasche sind die Schaumweine auch immer mit den typischen pilzförmigen Sektkorken verschlossen.

 

Korken_MusikDie Herkunft des Schaumweines entscheidet über den Namen

  • Der Champagner stammt ausschließlich aus der Region Champagne in Frankreich. Für ihn werden traditionell nur die drei Rebsorten Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir verwendet.
  • Seit dem Friedensvertrag von Versailles 1919 dürfen Schaumweine, die außerhalb von Frankreich produziert werden, nicht mehr Champagner genannt werden. Daher heißt der Schaumwein in Deutschland und Österreich Sekt.
  • Beim Krimsekt verrät schon der Name die Herkunft. Es gibt weißen und roten Krimsekt, der von der Halbinsel Krim in der Ukraine stammt. Traditionell wird der Krimsekt nach der Flaschengärungsmethode hergestellt.
  • Der Cava stammt aus Spanien. Er wird nach der Champagnermethode im Flaschengärverfahren hergestellt und ist ein Qualitätsschaumwein. Die verwendeten Trauben sorgen für ein besonders fruchtiges Aroma.
  • Aus Italien stammen die beliebten Schaumweine Prosecco und Asti Spumante. Prosecco wird heute auch gelegentlich als Perlwein erzeugt.

Schaumweine können auf unterschiedliche Art und Weise hergestellt werden. Sie entstehen aus einem Grundwein – einem jungen Wein, der seine erste Gärung hinter sich hat. Der Grundwein ist meistens eine Cuvée, die aus mehreren Weinen verschiedener Traubensorten, Lagen und Jahrgänge hergestellt wird, um eine gleichbleibende Qualität des Schaumweins sicherzustellen. Aus diesem Grund tragen die meisten Schaumweine wie Sekt und Champagner keine Jahrgangsangabe.

 

Unterschiede zwischen Schaumweinen und Perlweinen

Perlweine, wie Frizzante, sind meist schon dadurch zu erkennen, dass sie im Vergleich zu den Schaumweinen wie Sekt, Spumante, Cava oder Champagner, eindeutig günstiger sind. Vielfach gibt es sie auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen, verfeinert mit künstlichem oder natürlichem Aroma nach Erdbeere, Pfirsich, Holunder, Aprikose oder schwarzer Johannisbeere. Die halbschäumenden Perlweine haben einen Alkoholgehalt von mindestens 8,5 % vol.

Bei Schaumweinen bildet sich die Kohlensäure bei der zweiten Gärung durch einen natürlichen Prozess, egal ob es sich um die traditionelle Flaschengärung oder um eine Großraumgärung (Charmat-Methode) handelt. Bei den Perlweinen wird die Kohlensäure zumeist exogen zugesetzt. Wird der Wein in einem Drucktank vergoren, ist auch die Bildung endogener Kohlensäure möglich. Im Gegensatz zu den Schaumweinen ist es möglich die Perlweine in Flaschen mit Schraubverschluss abzufüllen, da ihr Kohlensäuregehalt niedriger ist; zwischen 1 und 2,5 bar. Meist liegt auch der Alkoholgehalt von Perlweinen unter dem der Schaumweine.

 

Auch die Steuer macht einen Unterschied

Nicht zuletzt liegt der Unterschied zwischen den Schaum- und Perlweinen auch in der Besteuerung. Schaumweine unterliegen in Deutschland im Gegensatz zu den Perlweinen der Schaumweinsteuer. Diese Steuer geht bis auf Kaiser Wilhelm II. zurück, der die Schaumweinsteuer 1902 einführte, um damit die kaiserliche Kriegsflotte zu finanzieren. In den 1930er Jahren, während der Wirtschaftskrise, wurde die Steuer vorübergehend ausgesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder eingeführt und diente wieder der Kriegsfinanzierung. Deutschland führt zwar schon seit fünfundsechzig Jahren keinen Krieg mehr, die Steuer gibt es indes immer noch!
In Österreich ist die Sektsteuer seit 2005 mit 0 % festgesetzt, was eine jederzeitige Wiedereinführung möglich macht.

Die Unterschiede mögen per Richtlinie oder EU-Verordnungen klar definiert sein, letztendlich entscheidet aber unabhängig ob Weinkenner oder nicht der persönliche Gaumen. Folgen Sie einfach Ihrer persönlichen Empfehlung!

 


17.01.16 Beitrag von: Alexandra Viefers

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