Der Weingarten im Januar

Kein Winterschlaf am Elfenhof

Elfenhof_Weingarten_14@JaugstetterSchnipp schnapp – jetzt geht’s ans Holz

Das Weinjahr beginnt auch im Januar und Februar mit dem Rebschnitt – noch bevor sich die ersten Austriebe im Frühjahr zeigen. Auch am Elfenhof Weingut liegt der Fokus im Weinberg. Hier dreht sich in den nächsten Wochen alles um den Rebschnitt – der Grundstock für einen erfolgreichen Jahrgang.

 

Man darf nicht zu früh mit dieser Maßnahme beginnen, da die Rebe gegebenenfalls noch „arbeitet“. Hier ist noch echte Handarbeit angesagt, die mitunter Wochen dauern kann. Jede einzelne Rebe wird begutachtet und individuell bearbeitet. Das kann halt keine Maschine übernehmen. Die Witterung kann da den Winzern schon ein Schnippchen schlagen. Also dicke Jacken, Mütze und Handschuhe angezogen und los geht’s in den Weinberg. Da die Rückverlagerung der Reservestoffe in der Rebe im Januar abgeschlossen ist und der Saft sich in die Wurzeln zurückgezogen hat kann man beruhigt mit dem Schneiden beginnen. Erst nach diesem Prozess ist die Rebe gestärkt und hat genügend Widerstandskraft für die drohende Frostkälte.

 

Auch wenn es unterschiedliche Philosophien für den Rebschnitt gibt – abhängig von Tradition und Anbaugebiet – so lässt sich dieser Arbeitsschritt so beschreiben:

Der auf dem Draht liegende Trieb, von dem die Fruchtruten des letzten Vegetationsjahres ausgehen, wird bis auf einen sich nahe des Stammkopfes befindenden Trieb abgeschnitten. Die verbleibende Rute wird etwas eingekürzt, damit im weiteren Jahresverlauf sechs bis acht Augen austreiben. Damit wird schon jetzt der zu erwartende Ertrag eingestellt. Denn an der Rute bilden sich im frühen Sommer neue Triebe an denen dann die rispenartigen Blütenstände, so genannte Gescheine und später Trauben wachsen. Somit ist der Rebschnitt nicht nur eine Art der Formerhaltung sondern dient auch der Qualitätsförderung.

 

Die eigentliche Arbeit im Weinberg leistet zwar die Natur, aber ohne die tatkräftige Unterstützung der Winzer und ihrer Helfer würden wir wohl nicht diese hochwertigen Weine jedes Jahr erhalten. Statistisch gesehen, muss jeder Rebstock in etwa 17-mal vom Winzer besichtigt und bearbeitet werden.

 

Bilder: Deutsches Weininstitut (DWI)

 

Viele Forschungen bringen wichtige Erkenntnisse und unterstützen die Winzer bei Ihrer Arbeit in der Natur. So nahm man früher an, dass das alte Rebholz, das vielleicht von Pilzkrankheiten befallen war, dem Weinberg schaden würde. Die Ruten wurden daher aus den Rebzeilen getragen und verfeuert. Heute verbleibt das Schnittholz im Weinberg und bringt mit dem wichtigen Stickstoff den Böden und Reben einen reichhaltigen organischen Dünger. Das Thema Nachhaltigkeit hat sich auch bei den Winzern durchgesetzt. Bei Düngung und Pflanzenschutz gilt das Motto: Weniger ist mehr.

 

Nicht so beim Rebschnitt. Der Schnitt ist im Prinzip eine Ertragssteuerung zu Gunsten der Qualität. Das besondere Ergebnis aus dem vergangenen Jahr wird im Weingut Elfenhof bereits laufend abgefüllt. Ernst Holler beschrieb es mir kurz und knapp – halt auf den Punkt: „Der Jahrgang 2015 ist super gut!“

17.01.16 Beitrag von: Alexandra Viefers

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