Karneval in Venedig, Fasching in Rust

Der Fasching steht vor der Tür: 4. ist Weiberfasching, 8. Rosenmontag und am 10. Februar ist mit dem Aschermittwoch schon wieder alles vorbei.

Schembartlauf_1472Bereits vor fünftausend Jahren wurden die ersten Verkäufer des Karnevals im Zweistromland, Euphrat und Tigris, gefeiert. Der Priesterkönig Gudea aus Altbabylon lies ein siebentägiges Fest ausrufen, an dem kein Getreide gemahlen werden soll, Sklave und Herr gleich gestellt und Standesunterschiede ausgehoben sein sollen.

Für die damaligen Verhältnisse beispiellos. Aber diese ausgelassene Gleichheit der Menschen findet sich bis heute in allen Faschingsbräuchen und -festen wieder.

 

1952_Haunzenbergersöll_Fasching_PrinzengardeDie Römer nun feierten vom 17. bis 19. Dezember ein Fest zu Ehren ihres Gottes Saturn, das mit Gelage, freien, offenen Worten, Rollentausch (zwischen Herrn und Sklave), mit den ersten Blumengeschmückten Schiffswägen, die durch die Städte zogen und ausgebrachten Rosen, wohl unser Konfetti, verbunden war.

carnival-292034_960_720Im Mittelalter dann begann ein heftiges Tauziehen zwischen ausgelassenen und wild (und feucht) feiernden Bürgern und Bauern und dem Klerus. Wie sollte es auch anders sein, da bei diesem “Mummenschanz” (Köln, 1487) sogar Narrenbischöfe und Pseudopäpste gekürt wurden.

Die Weiberfastnacht am Donnerstag vor Aschermittwoch geht wohl auf ausschmückende Beschreibung der Tänze, Verkleidungen und Spiele der Frauen rund um die Burg Hirschberg-Dollnstein zurück, datiert auf das Jahr 1206. Daher nimmt die Gemeinde Dollnstein im Altmühltal das Geburtsrecht der Weiterfastnacht für sich in Anspruch.

Der Narr, als Zeichen der Vergänglichkeit und der Unvollkommenheit nach im 14.,15. Jahrhundert seinen Einzug, zum Beispiel bei den Nürnberger Scherbartläufen.

Mit der Reformation, die die vorösterliche Fastenzeit in Frage stellte, wandelte sich das Fastnachtbild in Richtung italienischer Commedia dell’arte mit den bekannten, typischen Gesichtsmasken.

Übrigens:
Das Datum des Faschings ist vom Osterfest her abhängig. Dieses wurde im Jahre 325 im Konzil von Nizäa auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgesetzt. Ungefähr dreihundert Jahre später ergänzte Papst Papst Gregor der Große das Osterfest mit einer vorausgehenden 40-tägigen Fastenzeit.
Der Aschermittwoch liegt demnach 46 Tage vor dem Ostersonntag. Der früheste Aschermittwoch ist der 4. Februar, der späteste der 10. März. Wir haben also heuer die kürzeste Faschingssession und fünfte Jahreszeit.
Traurig, aber dafür muss halt dann fester gefeiert werden ;-)

 

Bild ganz oben: „Schembartlauf 1472“ von Unbekannt, Dominik Radlmaier

 

Das Elfenhof-Team wünscht Ihnen und Ihrer Faschingsgruppe so richtig viel Freude, Vergnügen und Spass beim Maskenbauen und Kleiderschneidern und  natürlich bei den vielen Faschingsumzügen, sei es mitten drin oder beim Zuschauen.

Zum ausgelassen Feiern gehört feine Frizzante oder prickelnder Sekt mit dazu.

16.01.16 Beitrag von: Michael Jaugstetter

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