Schraubverschluss?

Eine kleine Kunde zum Thema Schraubverschluss

Jedem Weinfreund, der schon mehr als eine Flasche Wein geöffnet hat, ist er schon begegnet: der leidige Korkgeist, der einen Fluch über die Lippen treibt und den Weingenuss beendet.

Verschluss-Komposition@Jaugstetter

Der Stopfen aus Naturkork gilt landläufig als Ausweis eines guten Weins. Dennoch ist er nicht der ideale Flaschenverschluss; regelmäßig trägt er sogar dazu bei, den Wein, den er in der Flasche bewahren sollte, zu verderben: durch den „Korkgeschmack“ nämlich.

Es ist im übrigen falsch zu glauben, der Wein benötige den Naturkorken, um „atmen“ oder sich entwickeln zu können. Gerade das Gegenteil ist der Fall: jeglicher Zugang von Sauerstoff zum Wein über den Verschluss ist von Nachteil. Natürlich können hochwertige Weine dekantiert werden, damit sie den optimalen Geschmack entwickeln, aber nicht über Jahre.

Ich persönlich bin aber der Meinung, wichtiger ist die optimale Trinktemperatur, und wenn der Wein im Glas ist, wird er ohnehin nicht sofort in einem Zug ausgetrunken, sondern berochen, geschwenkt, angesehen – und hat so ausreichend Zeit, sich mit Sauerstoff anzureichern.

Es sei hier nur daran erinnert, dass man noch vor Jahrzehnten hochwertige, mit hohem Lagerpotential ausgestattete Weine am Korken mit Siegellack überzog, um dem Luftsauerstoff den Zugang zu verwehren. Hier konnte der Wein auch nicht „atmen“, und wie prächtig haben sich diese Weine entwickelt!

Fazit: Der Schraubverschluss sorgt für optimalen Weingenuss. Die Weine halten sich frisch und ohne Beeinträchtigung.

Ihr Ernst Holler

09.10.14 Beitrag von: Michael Jaugstetter

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