Sommerzeit im Weingut

Die Sonne kitzelt die Gemüter und lässt die Reben wachsen

Rust_SeeZugegeben – der Sommer lässt doch noch ein bißchen auf sich warten, aber mit den ersten Sonnenstrahlen reifen die Reben und die nächsten Arbeitsschritte im Weinberg stehen auf dem Programm.

Am Anfang des Sommers blüht die Rebe und die Winzer hoffen auf regenfreie und nicht zu kalte Tage und Nächte. So wäre die Erntemenge gesichert. Während der Blüte sollten die Reben möglichst ihre Ruhe haben. Die Zeit der Selbstbefruchtung beim Wein sollte von kurzer Dauer sein, um eine Verrieselung oder das Verblühen ohne Befruchtung zu vermeiden. Läuft die Befruchtung schlecht, kann die Erntemenge stark eingeschränkt sein. Um ein Abbrechen der Reben zu verhindern, werden die am Bogen wachsenden Reben in dieser Zeit „aufgebunden oder eingekürzt“. Damit werden die einzelnen Reben quasi auf die gewünschte Länge gestutzt.

Handarbeit und Sorgfalt sind die wichtigsten Kriterien in dieser Zeit

Ende Juni können die ersten kleinen, grünen Beeren zu sehen sein. Dann beginnt das Ausdünnen, das Entfernen einiger erbsengroßen Beeren. Darüber hinaus werden an den Rebstöcken Blätter entfernt, um Luft und Licht an die Trauben zu lassen, das sogenannte Ausgeizen. Durch diese handwerklichen Maßnahmen versucht man, die Qualität der Weine zu steigern. Denn der Rebstock kann nun seine Kraft in die verbleibenden Beeren lenken.

In den Rebgassen blühen feine Gräser und bunte Blumen. Dennoch werden die Rebgassen gemulcht und die offenen Gänge werden gelockert. So wird der Wasserhaushalt des Bodes im Gleichgewicht gehalten. Zwischen Juni und August wächst eine beeindruckende Laubwand heran, die es in Form zu bringen gilt. Diesen Arbeitsschritt nennt man Heften – die Blätter werden entfernt und man verschafft den Trauben mehr Freiheit. Bei Regen kann die Rebanlage besser trocknen und somit verringert sich die Gefahr des Pilzbefalls.

Mitte bis Ende August tritt die Reifephase ein. Die Weingärtner starten mit der grünen Lese. Durch das Entfernen einiger schon erbsengroßen Beeren erreicht der entlastete Rebstock einen besseren Qualitätsbereich.

Die Bekämpfung von Schädlingen ist natürlich auch ein großes Thema, dennoch versucht man heutzutage auf Pestizide zu verzichten. Erfreuen wir uns also an den stetig steigenden Temperaturen und dem emsigen Gesumme der Insekten über den wachsenden Weinbergen.

03.05.16 Beitrag von: Alexandra Viefers

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