Stadt der Störche

Rust am Neusiedler See, klein, überschaubar, gastfreundlich und doch so weltmännisch und weitsichtig.

Wer nach Rust kommt, dem wird sofort klar:

Dieser Ort hat etwas Magisches – und damit auch der Wein. Die sanft ansteigenden Hänge des Ruster Hügellandes am westlichen Ufer des Neusiedler Sees umschließen die Stadt wie ein Amphitheater; ein Anblick, der  jedes Mal aufs Neue fasziniert. Die Lage ist einzigartig; genau sie macht auch den Wein der Ruster so unverwechselbar und besonders.

Rot- und Weißweine werden in Rust in einer ungeheuren Sortenvielfalt angebaut. Prägenden Einfluss für das Wachstum der Reben hat vor allem das Klima des Pannonischen Raumes:

Heiße trockene Sommer und kalte niederschlagsreiche Winter sind es, die in den Weingärten Jahr für Jahr für eine außergewöhnliche Ernte sorgen.

Durch die große Wasserfläche des Sees wird in den Morgenstunden wie durch einen Spiegel die Einstrahlung der Sonne noch verstärkt, so dass die Reben bereits sehr früh einen Vegetationsvorsprung im Vergleich zu anderen Weinbaugebieten erreichen. Auch bei den Ruster Bodenstrukturen und deren Ursprüngen zeigt sich die Vielfalt der Gegend: Flussablagerungen aus dem Alpenraum, Urgestein in einigen Bereichen, angewehter feiner Sand (Löss) oder Sedimente urzeitlicher Meere bilden ein buntes und vielfältiges Mosaik an unterschiedlichsten Böden – eine ausgezeichnete Grundlage, aber auch eine Herausforderung für die Ruster Weinbauern.

Die Rebfläche von Rust umfasst 450 Hektar. Begrenzt durch das Ruster      Hügelland, das die Lagen von Nord- und West abschirmt, liegen unsere Rieden durchwegs an Süd-Osthängen. Die kesselartige Anordnung der Rebhänge – zum See offen – lässt die Trauben voll in den Genuss des vom See erzeugten Kleinklimas kommen. Die große Wasserfläche spiegelt in den Morgenstunden Licht in die Ruster Reben – somit sind diese anderen immer einen Schritt voraus. Die Jahresdurchschnittstemperatur ist im Vergleich zu nur wenige Kilometer entfernten Regionen um 1° Celsius höher. Durch diese Faktoren begünstigt, ist in jedem Jahr die optimale physiologische Reife der Trauben möglich.

Um 1470 erhielt Rust das Marktrecht und seit 1524 haben die Ruster das von Königin Maria von Ungarn verbriefte Recht, als Markenzeichen ein gekröntes «R» in ihre Fässer einzubrennen.

Dieses «R» wird auch heute noch als Gütezeichen im Korkbrand der Flaschenweine verwendet. Im Jahre 1649 kaufte sich Rust von der Herrschaftsuntertänigkeit frei, die Stadt bezahlte dafür 60.000 Goldgulden und 500 Eimer besten Weines an die Habsburger: fast 30.000 Liter Ruster Ausbruch der Sorte Furmint.

Am 3. Dezember 1681 erhielt Rust von Kaiser Leopold I. den Titel königliche Freistadt (Reichstag in Ödenburg).

Die neue Form des «R» sieht nun so aus:

Ruster_Logo_2005@Stadt-Rust

09.10.14 Beitrag von: Michael Jaugstetter

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