Venedig und die Biennale

Nach den politisch, global orientiertem 2015 folgt eine Rückbesinnung auf sich selbst, die Kunst

Wie, wo und warum entsteht Kunst?

Die Biennale, die noch bis 26. Nov geöffnet hat, war schon immer Grenzerfahrung. Sich selbst praktisch damit zu beauftragen, ein Kunstwerk für eine bestimmte Verortung, einem Pavillon, Raum, Thema zum Beispiel, zu erschaffen, ist schon von jeher Last und Lust gewesen.

Diesmal jedoch hat sich die Kuratorin Christine Macel, sich selbst bzw. das Genre “Kunst” aufs Themenpapier geheftet. So können die Zuschauer Kunst beim Entstehen, beim Darüber-Nachdenken, beim Prozess beobachten oder in vielen Fällen sogar mitmachen.

Innenleben und Kreativität, Frau und Sexualität, Farben und Umwelt, Zeit und Unendlichkeit sind solche Themenkreise. Dabei ist natürlich jede Form und Art von Kunst vorhanden: Malerei, Performance, Tanz, Musik, Installationen, Skulpturen etc. ppp.

 

Der Deutsche Pavillon wird von Anne Imhof, dem Shootingstar der letzten beiden Jahre bespielt. Wie so oft kann man über ihre Arbeit im speziellen und der Kunst im allgemeinen geteilter Meinung sein, aber fünfzig performative Darsteller, die Angst-, Ekel-, Wutzustände, Kontrollverlust und Identitätskrise zeigen, das haben wir anderenorts auch schon mehr als genug präsentiert bekommen.

Für viele werden auch die frei zugänglichen Schauplätze und Sonderausstellungen rund um Venedig genügend sein, denn die Eintritte mit jenseits der 50 Euro pro Person für den Park erscheinen dann doch etwas zu hoch.


z.B. auf dem Weg von der Fähranlegestelle Zattere zur Admiralität (gegenüber dem Markusplatz) oder im Giardina della Marinaressa (zwischen dem Nautikmuseum und dem berühmten Giardini publico, wo neben dem Arsenale die Hauptteile der Biennale zu sehen sind).

Uns haben es da das martialistische Nasshorn-Chrome-Monster und die lebensechten Frauenfiguren angetan. Wirklich beeindruckend.

Viel Vergnügen wünscht das Elfenhof-Team und vergessen Sie nicht einen Heurigen superb zur Erfrischung mitzunehmen, auch wenn die italienischen Weine wirklich delikat sind ;-)

 

Mehr zu lesen gibt es hier:

Die Website der Biennale in englisch
Sehr ausführlich und informativ: der Artikel in der “ART”
Alle notwendigen Infos, ebenfalls in der “ART”
Und ein schöner Artikel im Spiegel zur Eröffnung

30.08.17 Beitrag von: Michael Jaugstetter

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