Villa Mondrian

Elfenhof in Holland: Mondrian Museum in Winterswijk

Piet Mondrian (geb. Pieter Cornelis Mondriaan) ist bekannt für seine grafischen Werke, rechteckig, gerade abgesetzt, Primärfarben, und gilt als einer der Pioniere für die Grafik im Gegensatz zur Malerei.

In dem holländischen, malerischen Städtchen Winterswijk, nicht unweit der Grenze, wuchs Piet als Kind gut situierter Eltern auf und erbte von seinem Onkel die Maltechniken, von seinem Vater den Genius. So ist es nicht verwunderlich, dass er mit damals üblichen Motiven (Stillleben, Landschaften, Religiöse Bezüge) begann und sich erst später in seiner Zeit in Amsterdam, Paris und ganz zum Schluss in New York City mit den Fragen nach Vereinfachung und Auflösung, Licht und Schatten, Reduzierung und Linearisierung widmete. “Luminisierung” nennt man diese Phase des intensiven Suchens nach der echten Quelle des Lichtes. Dies macht sich auch in seinen späteren Werken bemerkbar, wo an sich nur noch Farbe und deren Intensität das Motiv ausmacht.

Das Museum ist aus einem kubischen Neubau und dem erhaltenen, renovierten original Elternhaus gestaltet. Bis in die 1980er Jahre zerfiel die hübsche Villa und erst das beherzte (finanzielle) Eingreifen eines Bewunderer-Ehepaares rettete es vor dem völligen Zerfall. Das Museum beherbergt die frühen Werke des Künstlers, und ein vielfältiges, wechselndes Rahmenprogramm anderer, zeitgenössischer Künstler.

Die “Luminisierung” ist gut beim folgenden Bild zu beobachten, wo die Birken im Vordergrund noch sehr gegenständlich sich nach hinten hin zu fast vertikalen Strukturen zerfließen und das Licht der tief stehenden Sonne ein in der Mitte aufstrebendes hellgraues Lichtmeer erschafft.

05_Mondriaan_Museum©Jaugstetter

 

Auch im folgenden Lastkahn, der mit wenigen Strichen locker und dennoch treffsicher skizziert ist, zeigt sich seine Idee von Motiv und Licht. Die Textilfabrik im Hintergrund oben links gab es wirklich und schickte ihre dunklen, grauen Wolken Tag für Tag in den Himmel. Diese Ansicht von Amsterdam portraitierte er öfters.

09_Mondriaan_Museum©Jaugstetter

 

Besonders erwähnenswert ist das Bild, wo es ihm virtuos gelingt mir drei, vier Strichen ein kleines Mädchen mit Kleid, Schürze und Kopfbedeckung vor der alten Bauernkate anzudeuten.

06_Mondriaan_Museum©Jaugstetter

 

Die Spätwerke Mondriaans finden sich im Museum nicht, die finden sich in den großen Museen der Welt, in Paris, den Haag, New York etc. wieder. Aber seinen Geist, seine Passion, die Landschaftsmalerei, in dessen Geist, nur eben in einer sehr reine Form,  er sich bis zu seinem Tode sah, ist schon deutlich in der Ausstellung erkennbar und gut beschrieben.
Die Einflüsse, die er mit seiner Arbeit in den Bereichen Design, Architektur und auch Mode erreichte, sind bis heute spür- und erlebbar.

903px-Piet_Mondriaan,_1921_-_Composition_en_rouge,_jaune,_bleu_et_noir

 

Ein Besucht lohnt also, zumal es zu der Eintrittskarte (9€) im herzigen hauseigenen Café noch einen kostenfreien Tee oder Cappuccino gibt.

 

Tanzende Madonna

Piet war bekannt für seine Liebe zur Jazzmusik, die er als Pendant zu seiner Kunstrichtung empfand, und ebenso für seinen exaltierten Tanzstil, der sich eher durch Anmut und wenig Bewegungen auszeichnete, was ihm den Beinamen “tanzende Madonna” eintrug. Piet soll kein Frauenverächter gewesen sein, es gibt sogar ein Quartett, “Piet und 52 Frauen”.

Hier geht´s zur Website des Museums.
Das steht im Wiki.
Und hier zum Städtchen Winterswijk.

06.11.16 Beitrag von: Michael Jaugstetter

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